Überall dort, wo sich der Einsatz von einem großen Mähdrescher nicht in Frage kommt, sind die Anbau-Mähwerke für Traktoren eine leistungsstarke und effiziente Alternative. Diese Geräte gehören nach den Pflügen zu den ersten Anbaumaschinen für das Zugmaschine-Anbaugeräte Konzept, welches seit über 100 Jahren der Standard in der Landtechnik ist. Aus den einfachen Balkenmähern haben sich inzwischen technisch sehr fortschrittliche Geräte entwickelt, die auch komplex geformte Gelände in gleich bleibender Qualität bearbeiten können.

In der Landtechnik dominieren drei Typen von Anbau-Mähwerken für Traktoren:

  • Balkenmäher
  • Kreiselmäher
  • Walzenmäher

Der Balkenmäher ist nach wie vor eine der beliebtesten Anbaugeräte für landwirtschaftliche Zugmaschinen. Der Mähbalken wird über die Seiten- oder Wegezapfwelle angetrieben. Der zweite große Mähertyp als Anbaugerät für Traktoren ist der Kreiselmäher. Er wird meistens an der vorderen oder hinteren Zapfwelle angeschlossen.  Walzenmäher haben sich vor allem in der Kommunaltechnik gut bewährt, da sie ein niedriges Gewicht und kompakte Baumaße mit einer hohen Mähleistung verbinden können.

Funktionsweise vom Balkenmäher

Balkenmäher bestehen aus zwei Messerbalken. Der untere Balken ist bei den meisten Geräten starr, während der obere eine pendelnde Bewegung ausführt. Die Zapfwelle treibt im Messerbalken ein Pleuelgetriebe an, welches ihre Drehbewegung in die oszillierende Bewegung des Mähwerks umwandelt. Die Mähmesser stehen parallel zur Fahrtrichtung. Beim Fahren durchkämmt der Balken das Mähgut und trennt es in der gewünschten Höhe ab. Die abgetrennten Halme bleiben liegen und werden später von anderen Maschinen, beispielsweise Zettwendern, weiter bearbeitet. Balkenmäher sind technisch sehr einfach und lassen sich gut instand halten.

Funktionsweise vom Kreiselmäher

Kreiselmäher verwenden zum Kürzen des Grases ein Kreiselmesser, ähnlich wie es sie in normalen Haushalts-Rasenmähern auch gibt. Kreiselmäher sind sehr effiziente Mähmaschinen mit einer besonders hohen Mähleistung. Die Drehbewegung der Zapfwelle wird über ein Übersetzungsgetriebe in eine höhere Drehzahl übersetzt, welches die kreisenden Mähmesser antreibt. Ihre hohe Effizienz und Geschwindigkeit war früher ein großes Problem für die Wildbestände, vor allem für Rehkitze. Inzwischen konnte die Landtechnik hierzu aber Lösungen entwickeln. Im Kreiselmäher folgt keine automatische Aufnahme des Schnittguts. Wie beim Balkenmäher muss es nach dem Schnitt durch separate Maschinen eingesammelt oder weiter verarbeitet werden. Dazu kommen beispielsweise Feldhäcksler zum Einsatz.

Funktionsweise vom Walzenmäher

Walzenmäher oder auch Schlegelmulcher bzw. Schlegelmäher funktionieren mit einer sehr schnell rotierenden Messerwalze/Schlegelwelle. Sie sind vom Prinzip her technisch verwandt mit den alten, manuellen Rasenmähern ohne motorischen Antrieb. In der Land- und Kommunaltechnik sind Walzenmäher meist zum Bearbeiten schwieriger Gelände, wie beispielsweise Böschungen oder Gräben, im Einsatz. Ihr Vorteil ist vor allem ihr niedriges Gewicht und die kompakten Maße: Walzenmäher sind kaum größer als Balkenmäher. Sie sind damit über komplexe Mechanismen frei beweglich und können Mäharbeiten ausführen, die weit von der Zugmaschine entfernt sind. Durch die hohe Drehzahl von etwa 2200U/min und zusätzliche Gegenmesser im Inneren erzeugen sie zudem feine Mähschnitzel. Ein anschließendes Wegräumen des Schnittguts ist beim Walzenmäher nicht erforderlich. Das Schnittgut bleibt zum Kompostieren einfach liegen und ist in der Regel nach wenigen Tagen natürlich abgebaut.

Walzenmäher sind jedoch die technisch komplexesten Anbaumaschinen zum Mähbetrieb. Neben Schlegelmulchern für den Front- oder Heckbetrieb am Traktor werden sie vorwiegend als Böschungsmulcher oder Seitenmulcher eingesetzt. Die Drehbewegung der Zapfwelle wird über eine besonders lange Kardanwelle an ein Riemen- oder Kettengetriebe weiter geleitet. Dieses treibt die beidseitig gelagerte Mähwalze an.

Hydraulik für Mähwerke

Die besondere Herausforderung bei den Anbau-Mähern ist aber ihr Hubwerk. Alle Mähertypen müssen bei Nichtgebrauch oder zum Anpassen an das Gelände hochgeklappt oder anders bewegt werden können. Dieses wird meist über eine komplexe Hydromechanik gewährleistet. Hydraulische Zylinder haben den Vorteil, dass sie eine hohe Kraft auf kleinem Raum unterbringen können. Sie brauchen aber in jedem Fall eine hydraulische Pumpe. Diese muss ebenfalls am Traktor installiert sein. Größere Traktoren und andere Anbaumaschinen (beispielsweise Unimogs) haben fest installierte Hydraulikaggregate. Darüber hinaus bietet die Landtechnik auch separate Hydraulikpumpen an, die wieder an eine der Zapfwellen des Traktors angeschlossen werden.

Mähwerk passend zur Motorleistung

Die Mähwerke werden Typen übergreifend in verschiedenen Baugrößen angeboten. Je größer bzw. breiter ein Mähwerk ist, desto höher wird die erforderliche Motorleistung, insbesondere bei steigender Grashöhe. Für Kleintraktoren ab 15 PS stehen damit ebenso leistungsstarke Mähwerke zur Verfügung wie für große Schlepper mit über 120 PS. Mäharbeiten sind jedoch vorwiegend den kleineren bis mittelgroßen Traktoren vorbehalten. Die modernen Großtraktoren sind für diese Arbeiten in der Regel überdimensioniert und nicht optimal eingesetzt. Besonders große Mähaufgaben bleiben damit den spezialisierten Mähdreschern vorbehalten. Diese binden und pressen das Mähgut auch gleich in einem Arbeitsgang. Das können die Anbau-Mähwerke für Traktoren nicht leisten.