Hochbeete haben viele Vorteile. Sie erleichtern das Kultivieren von Obst, Gemüse und Kräuter, fördern das Pflanzenwachstum und schaffen gleichzeitig eine gewisse Struktur im Garten. Ein Hochbeet kann mit ein wenig Geschick leicht selbst gebaut werden. Wie einfach dies gelingen kann, zeigen wir Ihnen hier Schritt für Schritt.

Vorteile von Hochbeeten

Hobbygärtner lieben sie, denn sie bringen nicht nur Ordnung in den Garten, sondern schaffen auch gleichzeitig ein hervorragendes Mikroklima für Gemüse- und Obstpflanzen. Hochbeete in allen Formen und Beschaffenheiten liegen im Trend und sind ganz einfach selbst aufgebaut.
Folgende Vorteile können sich bei einem Hochbeet ergeben:

  • Reduzierung eines Schädlingsbefalls: Durch die entsprechende Höhe des Hochbeets wird es vielen Schädlingen wie Maulwürfen, Wühlmäusen und Schnecken erschwert, die kultivierten Kräuter-, Gemüse- und Obstpflanzen zu erreichen.
  • Rückenschonendes Arbeiten: Wer nicht bückend arbeiten muss, schont seinen Rücken. Das gilt auch für das Hochbeet. Hier kann je nach Höhe im Stehen gearbeitet werden, was wiederum den Rücken und die Bandscheiben entlastet.
  • Ideal für mobilitätseingeschränkte Personen: Hobbygärtner, die in ihrer Mobilität eingeschränkt sind, können das Hochbeet exakt in einer für sie optimalen Höhe aufbauen. Gerade bei älteren Gartenliebhabern ist ein Hochbeet deshalb äußerst beliebt, aber auch bei Rollstuhlfahrern.
  • Verlängerte Kulturzeit: Das Hochbeet besteht aus etlichen Lagen Humuserde, Geäst und Kompost, die dann im Rahmen ihrer Zersetzung Wärme abgeben. Diese wird durch die spezielle Konstruktion des Hochbeets nur langsam an die Außenwelt abgegeben, sodass die Erde rund 5 bis 6 Grad Celsius über der normalen Bodentemperatur liegt. Dies bedeutet, dass die Wurzeln der Pflanzen immer noch kuschlig warm eingepackt sind, wenn es bereits direkt am Boden empfindlich kalt wird. Dadurch kann es bei optimalen Außentemperaturen eine verlängerte Erntezeit von bis zu 8 Wochen geben.

Darauf sollten Sie beim Hochbeet achten

  1. Verwenden Sie nur sehr widerstandsfähiges Holz wie Douglasie, Robinie und Lärche. Dadurch bleibt Ihnen das Hochbeet lange erhalten.
  2. Berechnen Sie vorab das Volumen des Hochbeets, um dann die benötigte Erde bereitstellen zu können. Mit einem Hochbeet-Rechner lässt sich das Volumen der benötigten Füllmenge beispielsweise leicht ermitteln.
  3. Überlegen Sie genau, wo Sie das Hochbeet aufstellen möchten. Wenn Sie sich unsicher sind, können Sie auch ein mobiles Hochbeet mit eigenem Boden konstruieren. Dieses können Sie bei Bedarf umstellen.
  4. Stellen Sie Ihr Hochbeet mit den langen Seiten in Nord-Süd-Richtung auf. Die kurzen Flanken sollten nach Osten und Westen zeigen. Dies ermöglicht eine optimale Sonnenausnutzung.
  5. Denken Sie über die Höhe und Breite des Hochbeets nach, bevor Sie anfangen dieses zu konstruieren. Überlegen Sie, ob Sie lieber im Sitzen oder im Stehen arbeiten möchten. Betrachten Sie dabei auch Ihre Körpergröße und Armlänge, um auch in der Mitte bequem arbeiten zu können. Das Hochbeet sollte daher nicht breiter als 120 cm sein. Für sitzend tätige Personen ist eine Höhe von etwa 60 bis 70 cm geeignet. Dabei sollte 20 cm Abstand zwischen Hochbeet und Ellenbogen sein.
  6. Achten Sie darauf, dass das Hochbeet von allen Seiten zugänglich ist. Dies erleichtert die Arbeit immens. Gerade bei Rollstuhlfahrern sollte auf eine Umfahrbarkeit geachtet werden.
Tipp
Legen Sie Ihr Hochbeet im Herbst an, können Sie gleich alle Gartenabfälle, wie verwelkte Blüten und Pflanzen, Blätter und faule Früchte für Ihr Hochbeet als Humus- und Kompostschicht verwenden.

Schritt für Schritt ein Hochbeet bauen

Hochbeet

© Fotolia: Patrizia Tilly – 107782760

Ein Hochbeet kann aus verschiedenen Materialien gebaut werden. Eine günstige und unkomplizierte Variante stellt eine Konstruktion aus Holz dar. Aber es gibt auch Hochbeete aus Metall und Naturstein, die vor allem bei mediterran gestalteten Gärten zum Einsatz kommen können.

Schritt-für-Schritt-Anleitung für ein Holzhochbeet

Aus Holz konstruierte Hochbeete lassen sich in vielerlei Hinsicht bauen. Je nach Geschmack und Bauweise können so kleine Raumwunder entstehen.

Material

Für ein Hochbeet benötigen Sie ausreichend kurze und lange Holzlatten mit einer Stärke von 2,5 bis 5 cm. Diese dienen für die Seitenwände. Zudem benötigen Sie Kanthölzer und Pfosten, um die Seitenwände zu stabilisieren. Für die innere Auskleidung der Wände hat sich Teichfolie und zur Schädlingsabwehr Kaninchengitter bewährt. Schrauben und Werkzeuge sowie eine Holzschutzlasur runden das Equipment ab.

Bevor es losgeht

Die Höhe des Beetes sollte mehr als einen Meter betragen, da die Funktionsweise des Hochbeets nur durch eine ausreichend hohe Humus- und Erdschicht von mindestens einen Meter gewährleistet werden kann. Wer im Sitzen arbeiten möchte, der sollte deshalb eine Grube ausheben. Wer im Stehen arbeiten möchte, kann das Hochbeet direkt auf den Erdboden konstruieren. Bei einer Länge von über zwei Metern, sollten an den Seiten zusätzliche Stützpfosten gesetzt werden, damit die Seitenwände stabil befestigt sind.

Schritt-für-Schritt-Anleitung

  1. Alle Holzteile lasieren und trocknen lassen.
  2. Eine Grube ausheben in gewünschter Größe oder Bretter entsprechend der Beetanordnung auf den Boden legen
  3. Für die Setzung der 4 Außenpfosten an den Ecken am besten Bodenhülsen verwenden. So sind die Pfosten vor Fäulnis durch Nässe geschützt. Ohne Bodenhülsen müssen die Pfosten mindestens 30 cm tief in die Erde gerammt werden. Dabei auf ausreichend hohe Pfosten achten.
  4. Nun die Seitenbretter waagerecht rund 5 cm über den Boden montieren. Kontakt mit der Erde vermeiden, um Fäulnis vorzubeugen. Dabei die kurzen Seitenbretter an den Außenseiten der Pfosten montieren, die langen Seitenbretter an den Innenseiten.
  5. Nach zwei Reihen das Kaninchengitter mit Bindedraht an den Brettern und mit einem Tacker an die Pfosten befestigen, sodass sich dieses rund 30 cm breit an den Holzbrettern befindet. Unterhalb der Holzbretter kann das Gitter auf der Erde aufliegen.
  6. Nun alle restlichen Holzlatten befestigen und zum Schluss auf die Pfosten entsprechende Kappen zum Schutz aufsetzen.
  7. Die Seitenlatten des Hochbeets innen nun mit der Teichfolie zum Schutz vor Feuchtigkeit bekleiden. Den Boden dabei aussparen. Oben die Folie nach innen hin umlegen und antackern.
  8. Das Hochbeet mit Erde und Humus befüllen und anschließend bepflanzen. Dabei auf die entsprechenden Schichten für ein Hochbeet achten. Alle Schichten sollten eine ähnliche Höhe haben.

Das Hochbeet befüllen

Das Hochbeet sollte aus mehreren, gleichhohen Schichten Erde und Humus bestehen. Dabei sollte bei einem Meter Höhe wie folgt vorgegangen werden:

  1. Schicht: Grobes Geäst, Stroh, Hecken- und Baumschnitt (20 cm)
  2. Schicht: Rindenmulch, gehäckseltes Holz (20 cm)
  3. Schicht: Gartenabfälle wie Gras, Laub, verwelkte Pflanzen (20 cm)
  4. Schicht: Küchenabfälle, Mist und Kuhdung (20 cm)
  5. Schicht: Reifer Kompost oder Pflanzenerde (20 cm)

Fazit: Ein Hochbeet ist für Jedermann geeignet

Ein Hochbeet bringt das Gärtnerherz so richtig in Schwung, denn es kann die Kulturzeit über Wochen verlängern und schont zugleich den Rücken. Auch in kleinen Gärten und sogar auf dem Balkon lässt es sich mit einem Hochbeet bequem gärtnern. Allerdings hält ein Holzbeet nicht für die Ewigkeit. Nach einigen Jahren muss es wegen der Zersetzungsprozesse erneuert werden. Bei Steinbeeten sieht die Lage schon anders aus. Diese können wesentlich länger halten. Wer also nicht die Mühe scheut, alle paar Jahre ein neues Hochbeet aus Holz zu bauen, für den ist diese Form des Gärtnerns ideal. Wer lieber auf langfristige Beete setzt, der sollte auf Steinbeete zugreifen.

 

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