Gerade in älteren Häusern, insbesondere alten Bauernhäusern, sind Dachböden ein oft unbeachteter Raum. Dunkel, staubig und mit alten Bretterböden, sind sie es Orte, die man ungerne aufsucht. Bestenfalls erfüllt der Speicher noch die Funktion einer Abstellkammer für Gerümpel aller Art.

Neue Wohnfläche schaffen

Dabei bietet der Dachboden viele verschiedene Möglichkeiten: insbesondere in Gegenden mit hohen Immobilienpreisen oder bei wachsendem Platzbedarf einer Familie lässt sich durch eine intelligente Dachbodenrenovierung schnell und günstig neue Wohnfläche schaffen.So kann man den Dachboden zu einem neuen Gäste- oder Jugendzimmer ausbauen.

Oftmals fehlt jedoch die Phantasie, welche Potenziale dort sprichwörtlich im Dunkeln verborgen liegen. Ganz gleich was man mit seinem Dachboden vorhat, am Anfang steht eine gründliche Bestandsaufnahme.

Vorbereitung und Planung

Stallplanung

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Als erstes lautet die Devise: Alles muss raus! Erst wenn der Raum leer ist, kann man in wirklich in Augenschein nehmen und lässt sich mit den Arbeiten beginnen. Man sollte es jedoch nicht nur beim Ausräumen des Hausrates belassen, sondern auch gleich mit sämtlichen Einbauten fortfahren.

Weit verbreitet sind kleine Gästezimmer oder Wäschekammern, die früher in Trockenbauweise unter das Dach gebaut wurden. Auch wenn man diese Zimmer gern behalten möchte, empfiehlt es sich sie zunächst zu entfernen. Die späteren Renovierungsarbeiten, um die Einbauten herum, sind meistens um ein Vielfaches aufwändiger, als die komplette Neuinstallation des Raumes. Ist der Dachboden nun absolut leergeräumt, kann man mit der eigentlichen Bestandsaufnahme und Planung beginnen.

Der Zustand des Dachgeschosses

Ein erster Blick sollte dem Zustand des Daches gelten. Ist dieses noch nicht isoliert, ist eine sorgfältige Dachdämmung einzuplanen, denn neben den Fenstern, geht über das Dach die meiste Wärme verloren. Ist das Dach selber noch in einem tadellosen Zustand, empfiehlt es sich eine so genannte Zwischensparrendämmung. Hierbei wird Steinwolle zwischen die einzelnen Dachsparren geklemmt.

Dachbodendämmung mittels Dampfsperre einrichten

Im Anschluss dichtet eine Folie (die genannte Dampfsperre) die Isolierung zum Wohnraum luftdicht ab. Dadurch wird verhindert, dass die Luftfeuchtigkeit aus dem Inneren an kalten Stellen unterm Dach kondensieren kann und es dort zu Schimmelbildung kommt. In vielen Fällen sind die Dachsparren jedoch nicht dick genug, dass sich das gesamte Steinwollpaket zwischen ihnen verstauen lässt.

In solchen Fällen müssen die Sparren zunächst aufgelattet werden. Am sinnvollsten geschieht dies in einer Weise, dass sich hinterher auf diese Lattung auch gleich die Wandverkleidung sauber aufbringen lässt. Bevor die Wandverkleidung montiert wird, sollte man sich auch Gedanken darüber machen, wie tief die Dachschrägen erhalten bleiben sollen.

Winkel und Ecken

Die tiefen und engen Winkel unterm Dach stellen in der Regel keinen nutzbaren Raum dar. Hier sollte man in sinnvoller Höhe mit einer senkrechten Wand den Raum zu den Seiten begrenzen. Diese Höhe kann beispielsweise daran bemessen werden, ob sich noch ein Möbelstück, wie eine Kommode, sinnvoll an diese kurze Wand stellen ließe.

Bevor man nun mit der Isolierung zur Tat schreitet, sollte man sich noch einmal mit den Lichtverhältnissen des Speichers auseinandersetzen. Gerade bei sehr lang gezogenen Häusern, schaffen auch große Fensterflächen in den Giebeln nicht genügend Licht bis in die Mitte des Raumes. Der Einbau von Dachfenstern ist in diesen Fällen in Erwägung zu ziehen.

Fußboden und Decke renovieren

Nach dem Dach wenden wir das Augenmerk nun auf den Fußboden. Bei älteren, massiven Bauernhäusern kann man das „Glück“ einer stabilen Lehmdecke haben. Diese punktet zwar durch durch ihre Stabilität, jedoch sind sie in den seltensten Fällen wirklich eben. Mittels Lattungen auf den Deckenbalken und spezieller Deckenschüttungen, sowie einigem Arbeitsaufwand, muss hierbei zunächst eine waagerechte Unterkonstruktion geschaffen werden, auf der sich dann der spätere Boden verlegen lässt.

Bei vielen jüngeren Einfamilienhäusern sind die Decken zum Speicher hin oftmals in Trockenbauweise errichtet worden. Gerade bei Häusern der dreißiger bis sechziger Jahre findet sich hier eine andere Überraschung.

Der Hohlraum in der Decke, wurde hier oftmals mit organischem Materialien, wie Torf, Stroh oder Nadelstreu, ausgefüllt. Diese antiken Dämmmaterialien sind nicht nur, im wahrsten Sinne des Wortes, brandgefährlich, sondern stellen auch einen idealen Rückzugsraum für Ungeziefer aller Art dar. Bevor man also mit der Renovierung fortfährt, sollte man immer einen Blick unter den Fußboden wagen. Gegebenenfalls ist der Fußboden komplett hoch zu nehmen und die alte organische Dämmung gegen neue Steinwolle oder eine Deckenschüttungen zu tauschen.

Egal welche Nutzung einem für den Dachboden nach seiner Renovierung vorschwebt, OSB-Verlegeplatten sind in den meisten Fällen der ideale Fußbodenuntergrund. Mit ihnen lässt sich schnell ein stabiler und vor allem ebener Fußboden errichten. Auch der Einbau weiterer Trockenbauwände ist auf den OSB-Platten jederzeit problemlos möglich.

Dachboden als Speicher oder Lagerraum nutzen

Nach dieser Grundrenovierung stehen nun alle Möglichkeiten für eine weitere Nutzung des Dachbodens offen. Gerade wer im Dachboden nur einen Lagerraum sieht, wird sich jedoch fragen, ob der Aufwand einer Renovierung hierfür überhaupt lohnt. Diese Frage lässt sich klar bejahen.

Ungeziefer, Feuchtigkeit und ungeregelte Temperatureinflüsse setzen den Habseligkeiten auf dem Speicher oftmals dramatisch zu. Dem lässt sich durch eine Renovierung effektiv entgegenwirken. Mehr Licht, ebene Fußböden und gerade Wände verwandeln zudem, die einst dunkle Abstellkammer, in einen modernen Lagerraum, in dem man sich gerne befindet und in dem man auch schneller das wiederfindet, was man sucht, um nur einige Vorzüge einer Renovierung zu nennen.

Weitere Informationen findet man hier:

Bauernhaus Dachboden renovieren & ausbauen – Tipps und Anleitung für das Dachgeschoss
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